Holz und Keramik sind die Materialien, die die Entwicklung von Hermsdorf zum
Industrie- und Technologiestandort im 20. Jh. maßgeblich geprägt haben. Auch
aktuell, bei einem wesentlich diversifizierten Produktspektrum des
verarbeitenden Gewerbes, nehmen sie eine zentrale Stellung im
Wirtschaftsprofil ein.
Handwerk und Kleinindustrie zur Herstellung von Leitern, Gerüsten und an
deren Holzerzeugnissen für Haus- und Landwirtschaft haben Hermsdorf in der
2. Hälfte des 19. Jh. deutschlandweit bekannt gemacht. Das Thüringer
Holzland ist nach wie vor ein Standort mit einer einmaligen Dichte
derartiger Betriebe und ein Kompetenzzentrum für Holzverarbeitung.
Holzleimbau-Technologie, Türen und Fenster sowie kundenspezifische Produkte
und Leistungen, vor allem „rund um das Haus”, bestimmen heute das Profil
dieses Wirtschaftszweiges in und um Hermsdorf.
Technische Keramik, vormals konzentriert in der HESCHO, später in den
Keramischen Werken Hermsdorf und Anfang der 90er Jahre in der Tridelta AG,
hat Hermsdorf mit innovativen Produkten weltweit bekannt gemacht.
Elektrotechnisches Porzellan, Chemieporzellan sowie Erzeugnisse aus
keramikverwandten Materialien wie Ferrite, pulver- und schmelzmetallurgische
Teile und elektronische Baugruppen wurden und werden in Hermsdorf
hergestellt. Ende der 80er Jahre waren damit ca. 7.500 Menschen beschäftigt.
Synergien und Kooperation am Standort und in der Technologieregion Jena
bestimmen heute ebenso wie die Integration in eine globale Arbeitsteilung
die Positionierung dieser Unternehmen. Das Hermsdorfer Institut für
Technische Keramik ist der Repräsentant einer wirtschaftsnahen
Forschungseinrichtung in der Region und Partner der mittelständischen
Industrie im regionalen , europäischen und weltweiten Technologietransfer.
Industrielle und wissenschaftlich-technische Potenziale, die vormals auf die
Technische Keramik fixiert waren, haben heute ein weit gefächertes
Kundenprofil. Als Entwickler und Hersteller von Sondermaschinen, Werkzeugen
und Formen, elektronischer Aufbau- und Verbindungstechnik sowie als
Zulieferer, Instandhalter und Lohnveredeler sind mittelständische
Unternehmen entstanden, die wesentlich zur Attraktivität und zur dynamischen
Entwicklung des Wirtschaftsstandortes beitragen.
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